xD-Picture Card

Kurze Antwort

Die xD-Picture Card ist ein Flash-Speicherkartenformat, das 2002 von Olympus und Fujifilm eingeführt wurde und bis zu 2 GB Speicherkapazität bot. Kompakt, leicht und damals mit bis zu 150x-Übertragungsgeschwindigkeit ausgestattet, war sie in den 2000er-Jahren das Standardformat beider Hersteller – bis SD-Karten sie vollständig verdrängten. Heute ist die xD-Card ein historisches Medium, das vor allem ältere Kameramodelle der beiden Marken nutzen.

xD-Picture Card auf einen Blick
Vollform xD – Extreme Digital Picture Card
Eingeführt 2002, gemeinsam von Olympus und Fujifilm
Abmessungen 20 mm × 25 mm × 1,7 mm; Gewicht ca. 0,5 g
Kapazitäten 16 MB bis 2 GB (Type M+ bis 2 GB)
Typen Standard, Type M (max. 512 MB), Type H (schneller), Type M+ (2 GB)
Schnittstelle 18-Pin-Stecker, proprietär
Ablösung SD-Karte; ab ca. 2009 von beiden Herstellern zugunsten SD aufgegeben

Die xD-Picture Card war zu ihrer Zeit eine technisch solide Lösung: kleiner als Compact Flash, leichter als SmartMedia und speziell für die kompakten Kameragehäuse von Olympus und Fujifilm ausgelegt. Ihr Niedergang war keine Frage der Qualität, sondern der Marktmacht: SD-Karten boten mehr Kapazität, eine breitere Gerätebasis und günstigere Preise. Für Fotografen mit alten Olympus- oder Fuji-Kameras ist das Wissen über xD-Cards aber nach wie vor relevant.

Geschichte und Entwicklung

Im Jahr 2002 dominierten noch mehrere Speicherformate den Kameramarkt: SmartMedia (ebenfalls Olympus/Fuji), CompactFlash (Canon, Nikon, professionell) und Memory Stick (Sony). Die xD-Picture Card sollte SmartMedia ablösen und mit einem kleineren Format punkten. Zwischen 2002 und 2009 wurde sie in zahlreichen Olympus Camedia- und Fujifilm FinePix-Modellen eingesetzt. Ab 2008 begannen beide Hersteller, SD-Slots anzubieten; bis 2011 verschwand die xD-Card aus Neuprodukten.

Technische Details: Typen und Geschwindigkeit

Die xD-Card erschien in mehreren Varianten:

  • Standard-xD: bis 512 MB, ältestes Format, langsamer Schreib-/Lesezugriff.
  • Type H: höhere Übertragungsrate (ca. 150x = etwa 22,5 MB/s Lesen), besser für Serienaufnahmen.
  • Type M: platzsparendes MLC-Flash-Design; bis 512 MB.
  • Type M+: bis 2 GB, nutzt moderneren Speicherchip; braucht neuere Kamera für vollen Funktionsumfang.
xD (2002)SD / microSDCompactFlashmax. 2 GBbis 4 TB (SDUC) – Standardbis 512 GB – Profi20×25 mm32×24 mm (SD) / 15×11 mm (microSD)43×36 mmproprietäruniversell – alle GeräteProfikameras, Industrieeingestellt 2011aktueller Standardläuft aus (CFexpress)
Die xD-Picture Card war mit max. 2 GB und proprietärem Stecker schon früh im Nachteil gegenüber SD – das entschied den Formatkrieg.

xD-Karte verwenden und adaptieren

Wer eine ältere Olympus- oder Fujifilm-Kamera mit xD-Slot besitzt, findet im Fachhandel und online noch Karten und Adapter:

  • USB-Kartenleser: Viele xD-kompatible USB-Reader sind noch erhältlich – ideal zum Übertragen der Bilder auf den Computer.
  • SD-zu-xD-Adapter: Gewisse Adapter erlauben es, eine microSD-Karte in einem xD-Slot zu nutzen. Kompatibilität ist kameraabhängig – vor dem Kauf Hersteller-Hinweise prüfen.
  • Datensicherung: Vor jedem Transfer die Karte auf Fehler prüfen. Ältere Flash-Speicher haben limitierte Schreibzyklen.

Datenrettung von xD-Karten

Versehentlich gelöschte Bilder auf xD-Karten können oft wiederhergestellt werden – solange danach nicht neu auf die Karte geschrieben wurde. Tools wie Recuva, PhotoRec oder EaseUS Data Recovery Wizard unterstützen das FAT12/FAT16-Dateisystem der xD-Card. Wichtig: Sofort aufhören zu fotografieren, die Karte auswerfen und die Software auf einem Rohimage der Karte arbeiten lassen.

Häufige Fragen

Kann ich xD-Karten noch kaufen?

Ja, über Online-Plattformen (eBay, Amazon Marketplace) sind noch neue und gebrauchte xD-Karten erhältlich – allerdings zu Liebhaberpreisen. Neue Lagerware wird seltener; gebrauchte Karten solltest du vor dem Einsatz auf Fehler testen.

Funktioniert eine xD-Karte in modernen Kameras?

Nein. Moderne Kameras haben SD-, CFexpress- oder XQD-Slots. Für xD-Karten gibt es keine passenden Slots in aktuellen Modellen. Nur ältere Olympus- und Fujifilm-Modelle aus der Zeit vor 2010 unterstützen das Format.

Was ist der Unterschied zwischen Type M und Type M+?

Type M nutzt MLC-Flash und ist auf 512 MB begrenzt. Type M+ verwendet neuere Chip-Architektur und erreicht bis zu 2 GB. Ältere Kameras mit xD-Slot lesen Type M+ möglicherweise nicht korrekt – ein Firmware-Update kann Abhilfe schaffen.

Wie lange halten xD-Karten im Lager?

Flash-Speicher verliert seine gespeicherten Daten, wenn er lange ungenutzt gelagert wird – typisch nach 5–10 Jahren ohne Energie. Karten in ungenutzten Kameras sollten regelmässig ausgelesen und die Daten auf einem aktiven Speichermedium gesichert werden.

Kann man xD-Karten formatieren und wiederverwenden?

Ja. In der Kamera selbst formatieren (nicht am PC) ist die beste Methode – die Kamera setzt das passende Dateisystem (FAT12/FAT16) und die korrekte Clusterstruktur. Flash-Speicher hat begrenzte Schreibzyklen; ältere Karten können fehleranfälliger werden.

Warum hat die xD-Karte gegen SD verloren?

SD-Karten waren von Beginn an von einem breiten Herstellerkonsortium getragen (SanDisk, Panasonic, Toshiba) und wurden in Kameras, Mobiltelefonen, MP3-Playern und Computern eingesetzt. Diese Universalität, kombiniert mit schnell steigenden Kapazitäten und sinkenden Preisen, machte proprietäre Formate wie xD wirtschaftlich unattraktiv.

Fazit

Die xD-Picture Card ist ein abgeschlossenes Kapitel der Kamerageschichte – technisch solid, aber historisch überholt. Für alle, die noch mit älteren Olympus- oder Fujifilm-Kameras arbeiten oder Altbestände digitalisieren, ist das Wissen um Typen, Kompatibilität und Datensicherung nach wie vor praktisch relevant. Wer ein vollständig arbeitsfähiges altes Kamerasystem erhalten will, findet im Onlinehandel noch ausreichend xD-Karten und Adapter.

Quellen

  1. Olympus Corporation / Fujifilm Corporation: gemeinsame Pressemitteilung zur Einführung der xD-Picture Card (2002).
  2. SD Association: SD Card Physical Specification – Vergleich mit anderen Flash-Formaten.
  3. JEDEC Solid State Technology Association: Flash Memory Standards – Lebensdauer und Schreibzyklen.

Redaktioneller Glossar-Beitrag von sinar.ch · zuletzt geprüft 2026.

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