Wer im Casino zur Kamera greift, stösst schnell an eine Grenze. Ein Fotografierverbot ist eine Regel, die eine Betreiberin gestützt auf ihr Hausrecht erlässt, um Gäste und die vorgeschriebene Überwachung zu schützen. In der Schweiz gilt 2026 kein einheitliches Gesetz gegen Bildaufnahmen in Spielbanken, dafür aber strenge Hausordnungen. Missachtet ein Gast sie, droht die Wegweisung. Je nach Aufnahme kommt eine Strafanzeige dazu.
Fotografieren verboten: Was in Schweizer Spielsälen wirklich gilt
Laut der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) gibt es in der Schweiz 20 konzessionierte Spielbanken, neun mit Konzession A und elf mit Konzession B. Ein Bundesgesetz, das Fotografieren in Casinos generell untersagt, existiert nicht. Massgebend ist das Hausrecht: Wer öffentlich zugängliche private Räume betreibt, bestimmt selbst über die Nutzungsregeln, über die Hausordnung. Die Vorgaben unterscheiden sich im Detail. Im Grand Casino Bern ist Fotografieren nur nach Absprache mit der Geschäftsleitung erlaubt, ausser im Restaurant. Im Tischspielbereich ist die Handynutzung untersagt. Ähnlich formuliert es das Grand Casino Baden 2024: unerwünscht, Ausnahmen entscheidet allein die Geschäftsleitung. Weiter geht das Casino Interlaken. Dort sind Aufnahmen für den eigenen Zweck gestattet, sofern Persönlichkeitsrechte Dritter gewahrt bleiben; kommerzielle Nutzung braucht eine schriftliche Genehmigung.
Wann unerlaubte Fotos strafbar werden
Privatrechtlich bleibt ein Verstoss gegen die Hausordnung; mit dem Strafrecht hat er nichts zu tun. Anders liegt der Fall bei Aufnahmen aus dem Geheim- oder Privatbereich einer Person. Artikel 179quater des Strafgesetzbuchs (StGB) stellt es unter Strafe, eine solche Tatsache ohne Einwilligung mit einem Aufnahmegerät festzuhalten. Der Strafrahmen reicht bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Verfolgt wird nur auf Antrag. Auch das Weitergeben einer Aufnahme ist strafbar. Artikel 28 des Zivilgesetzbuchs schützt die Persönlichkeit und bildet die Grundlage für das Recht am eigenen Bild in der Schweiz. Seit dem 1. September 2023 gilt zudem das revidierte Datenschutzgesetz: Ein Foto, auf dem eine Person identifizierbar ist, gilt als Personendatum und braucht eine Einwilligung. Wer sich beim Porträtieren von Menschen an Einwilligung hält, bewegt sich auch im Casino auf sicherem Terrain.
Warum Casinos die Kamera so streng regeln
Dafür gibt es mehrere Gründe. Casinos sind selbst zur Überwachung verpflichtet: Laut Artikel 57 der Geldspielverordnung betreibt jede Spielbank ein Kameraüberwachungssystem, die Aufzeichnungen werden mindestens vier Wochen sicher aufbewahrt. Beim Grand Casino Baden sind es laut Hausordnung von 2024 grundsätzlich 28 Tage. Diese Aufzeichnungen sollen Manipulation verhindern, nicht zusätzliche private Bilder erzeugen, und aus demselben Grund schränkt das Casino Interlaken mobile Datenträger im Live-Game-Bereich und an Slotmaschinen ein, um Spielbetrug mit technischen Hilfsmitteln zu unterbinden. Hinzu kommt der Schutz der Anonymität. Gäste sollen sich bewegen, ohne im Bild eines Fremden aufzutauchen. Wirtschaftlich ist die Branche kein Nebenschauplatz: 2025 erzielten die Schweizer Spielbanken einen Bruttospielertrag von 878 Millionen Franken, wie ESBK und EJPD im Juni 2026 mitteilten.

Die Regeln folgen dem Betreiber, nicht dem Ort
Mehrere Schweizer Spielbanken gehören zur selben Betreibergesellschaft und teilen sich deren Regelwerk. Swiss Casinos etwa führt mehrere Standorte unter einer gemeinsamen Marke. Deshalb unterscheiden sich Hausordnungen weniger von Stadt zu Stadt als von Gruppe zu Gruppe. Zwei Häuser derselben Betreiberin formulieren ihre Vorgabe oft nahezu identisch. Einen ersten Anhaltspunkt liefert die Konzessionslandschaft, in der laut ESBK 20 Betriebe mit Konzession A oder B aktiv sind. Entsprechende Übersichten zu Marken und Betreiberstrukturen sind auf Casino Groups zusammengetragen.
So gelingen Bilder rund ums Casino trotzdem
Wer eine Aufnahme rund um ein Casino plant, klärt die Rahmenbedingungen am besten vorher mit der Geschäftsleitung. Bei kommerzieller Nutzung gehört die Erlaubnis schriftlich bestätigt, denn eine mündliche Zusage an der Rezeption hilft im Streitfall wenig; unproblematisch sind dagegen meist Aufnahmen der Fassade vom öffentlichen Grund aus, solange keine Personen erkennbar in den Fokus geraten. Am Eingang weisen viele Häuser mit dem genormten Verbotszeichen nach EN ISO 7010 auf die durchgestrichene Kamera hin; das Symbol ist ohne Sprachkenntnisse verständlich. Menschen werden nur mit ihrer Einwilligung abgebildet. Technisch anspruchsvoll bleiben die lichtschwachen Innenräume vieler Spielsäle: Wer dort mit Bewilligung arbeitet, profitiert von den Grundlagen für Aufnahmen bei wenig Licht. Für eine spätere Veröffentlichung der Bilder gilt dieselbe Einwilligung wie für die Aufnahme selbst.
Häufige Fragen zum Fotografierverbot
Ist es strafbar, jemanden ohne Erlaubnis zu fotografieren?
Das kommt auf die Situation an. Wer eine Aufnahme aus dem Geheim- oder Privatbereich einer Person ohne deren Einwilligung festhält, macht sich nach Artikel 179quater StGB strafbar. Aufnahmen im öffentlichen Raum, auf denen jemand zufällig zu sehen ist, fallen meist nicht darunter.
Darf man im Casino mit dem Handy fotografieren?
Das regelt jedes Haus über seine eigene Hausordnung. Im Grand Casino Bern ist die Handynutzung im Tischspielbereich nicht erlaubt, im Casino Interlaken ist Fotografieren für den eigenen Zweck grundsätzlich gestattet. Smartphones sind in vielen Spielsälen zudem stumm zu schalten.
Kann ich jemanden anzeigen, wenn er mich fotografiert?
Bei einer Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs nach Artikel 179quater ist ein Strafantrag möglich, das Gesetz sieht dieses Delikt als Antragsdelikt vor. Zusätzlich lässt sich eine Verletzung der Persönlichkeit über Artikel 28 ZGB zivilrechtlich abwehren.
Wann sind Bildaufnahmen generell verboten?
Eine generelle Vorschrift gegen das Fotografieren gibt es in der Schweiz nicht. Untersagt ist eine Aufnahme dann, wenn sie den Geheim- oder Privatbereich einer Person ohne Einwilligung betrifft oder die Hausordnung eines Ortes das Fotografieren ausdrücklich verbietet.
Was droht bei einem Verstoss gegen die Hausordnung?
In erster Linie die Wegweisung aus dem Casino, in wiederholten Fällen ein Hausverbot. Das ist eine privatrechtliche Massnahme der Betreiberin, unabhängig davon, ob zusätzlich ein strafrechtlicher Tatbestand erfüllt ist.
Fazit
Wer in einem Schweizer Casino fotografieren möchte, klärt das vorher mit der Geschäftsleitung und lässt sich eine Zusage für eine kommerzielle Nutzung schriftlich bestätigen. Menschen werden nur mit ihrer Einwilligung abgebildet, insbesondere am Spieltisch. Die Hausordnung bestimmt den Rahmen vor Ort, das Strafgesetzbuch und das Zivilgesetzbuch greifen erst, wenn der Geheim-, Privat- oder Persönlichkeitsbereich einer Person verletzt wird. Wer das beachtet, kann Fassade, Aussenraum und mit Bewilligung auch den Saal fotografieren, ohne gegen ein Fotografierverbot zu verstossen.

