24 mm × 36 mm bezeichnet das Kleinbildformat – den Sensorstandard, an dem alle Brennweiten, Crop-Faktoren und Äquivalenzangaben gemessen werden. Dasselbe Format heisst auch 36 mm × 24 mm oder Vollformat: Breite und Höhe sind je nach Messrichtung vertauscht, der Sensor ist identisch. Es entstand aus dem 35-mm-Kinofilm und ist seit den 1960er-Jahren der fotografische Referenzrahmen.
| Auch genannt | Vollformat, Kleinbild-KB, Full-Frame, 35-mm-Format |
|---|---|
| Abmessungen | 36 mm × 24 mm (Breite × Höhe), Diagonale ca. 43,3 mm |
| Seitenverhältnis | 3 : 2 |
| Crop-Faktor | 1,0 × (Referenz); APS-C ≈ 1,5×, MFT ≈ 2,0× |
| Typische Pixelanzahl | 24–61 MP (2026), je nach Kameramodell |
| Ursprung | Oskar Barnack / Leica, 1913–1925 für 35-mm-Kinofilm |
| Normalbrennweite | ca. 43–50 mm entspricht dem menschlichen Sehwinkel |
Warum dreht sich in der Fotografie alles um dieses eine Format? Weil es die Basis ist, auf der nahezu jede Brennweitenangabe fusst. Ein 50-mm-Objektiv gilt als «Normal» – gemessen am 24 × 36-mm-Rahmen. Auf einem APS-C-Sensor entspricht dasselbe Objektiv einem 75-mm-Äquivalent. Das Kleinbildformat gibt den Massstab vor, alles andere wird daran gemessen.
Historische Herkunft
Oskar Barnack entwickelte um 1913 für die Leica die Idee, normalen 35-mm-Kinofilm – der in der Breite 35 mm misst – quer durch die Kamera zu führen und dabei zwei Filmbilder (je 18 × 24 mm) zu einem einzigen Rahmen von 24 × 36 mm zusammenzufassen. Die erste Leica kam 1925 auf den Markt. Das Format war portabel, die Negative klein, die Optiken kompakt. Bis heute definiert dieser Rahmen Brennweiten und Bildwinkel.
Was der Crop-Faktor bedeutet
Bildwinkel und Äquivalenz
Ein kleinerer Sensor schneidet aus dem Bildkreis des Objektivs nur einen Ausschnitt heraus. Das entspricht optisch einer Verlängerung der Brennweite. Ein 50-mm-Objektiv auf APS-C (Faktor 1,5×) hat denselben Bildwinkel wie ein 75-mm-Objektiv auf Vollformat. Wer Brennweitenangaben auf verschiedenen Plattformen vergleicht, muss immer den Crop-Faktor kennen.
Schärfentiefe-Konsequenz
Bei gleichem Bildausschnitt liefert der Vollformatsensor eine knappere Schärfentiefe als ein kleinerer Sensor – einer der Gründe, warum Porträtfotografen und Filmschaffende grosse Sensoren bevorzugen. Wer starke Freistellung will, hat auf Vollformat einen physikalischen Vorteil.
Vorteile des 24 × 36-mm-Formats
- Dynamikumfang: Grosse Pixel-Fläche erlaubt mehr Lichtaufnahme und bessere Durchzeichnung in Lichtern und Tiefen.
- Rauschverhalten: Bei hohen ISO-Werten liefern Vollformat-Sensoren ruhigere Bilder als kleinere Pendants.
- Objektiv-Ökosystem: Seit über 60 Jahren werden Objektive auf dieses Format berechnet – riesige Auswahl, auch gebraucht.
- Einheitliche Referenz: Alle Brennweitenangaben ohne Zusatz (z. B. «50 mm Normal») beziehen sich auf Kleinbild.
Wann ein anderes Format sinnvoller ist
Grossformat-Fachkameras wie die klassischen Sinar-Systeme arbeiten mit Formaten von 4×5 oder 8×10 Zoll – dort ist das Kleinbildformat winzig. Im anderen Extrem bieten Micro-Four-Thirds-Kameras kleinere Gehäuse, leichtere Objektive und hohe Bildqualität für viele Einsätze. Das Kleinbild-Vollformat sitzt zwischen diesen Polen: professionell genug für alle Ansprüche, kompakt genug für alltäglichen Einsatz.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen 24 × 36 mm und 36 × 24 mm?
Keiner. Die Reihenfolge (Breite × Höhe vs. Höhe × Breite) wechselt je nach Quelle – gemeint ist immer derselbe Kleinbild-Vollformat-Sensor von 36 mm × 24 mm.
Warum wird das Format als Referenz verwendet?
Weil die grosse Mehrheit aller historischen Kleinbild-Objektive und -Normen auf diesem Rahmen basiert. Brennweiten wie «50 mm Normal» oder «24 mm Weitwinkel» beziehen sich stets auf diesen Bilddurchmesser.
Hat das Format noch Zukunft?
Ja. Vollformat-Sensoren sind 2026 der Standard in professionellen Systemkameras. Hersteller wie Sony, Canon, Nikon und Leica bauen ihre Top-Systeme weiterhin auf 36 × 24 mm auf.
Gibt es heute noch analogen 35-mm-Film?
Ja. Kodak, Ilford, Foma und Cinestill produzieren 35-mm-Film weiterhin. Die analoge Fotografie erlebt seit etwa 2015 eine Renaissance, besonders bei 24 × 36-mm-Sucherkameras.
Welche Normalbrennweite gilt für Vollformat?
Ca. 43 mm (rechnerisch) bis 50 mm (praktischer Standard). Beide Werte entsprechen in etwa dem diagonalen Bildkreis und bilden Perspektiven ähnlich dem menschlichen Auge ab.
Fazit
Das 24 × 36-mm-Format ist der Ausgangspunkt, von dem aus sich alle anderen Sensorformaten ableiten. Wer Brennweiten, Bildwinkel und Schärfentiefe in der Praxis sicher einschätzen will, sollte diesen Referenzrahmen kennen und im Kopf haben – egal ob du analog, digital oder auf Mittelformat fotografierst.
Quellen
- CIPA-Norm DC-004 – Spezifikation von Sensorformaten und Crop-Faktoren in Digitalkameras.
- Sidney F. Ray: Applied Photographic Optics, 3. Aufl. – Brennweite, Bildwinkel und Normalbrennweite nach Formatgrösse.
- Leica Camera AG: Historische Dokumentation zur Leica I, Wetzlar 1925.
Redaktioneller Glossar-Beitrag von sinar.ch · zuletzt geprüft 2026.
