PNG (Portable Network Graphics) ist ein verlustfreies Rasterbildformat mit Unterstützung für Transparenz über einen Alphakanal, das 1996 als freie Alternative zum lizenzierten GIF-Format entwickelt wurde. Es eignet sich ideal für Grafiken, Logos, Screenshots und Bilder mit scharfen Kanten oder transparentem Hintergrund – aber weniger für Fotos, wo JPEG oder AVIF kompakter sind.
| Vollform | Portable Network Graphics |
|---|---|
| Erschienen | 1996 (RFC 2083), ISO/IEC 15948:2004 |
| Kompression | verlustfrei (DEFLATE / zlib) |
| Farbtiefen | 1, 2, 4, 8, 16 Bit pro Kanal; bis zu 48 Bit RGB |
| Transparenz | 8-Bit-Alphakanal (256 Stufen) = weiche Kanten möglich |
| Kein Support | CMYK, Ebenen, EXIF im Standard (sidecar XMP möglich) |
| Typische Anwendung | Logos, UI-Elemente, Screenshots, Infografiken, Web-Overlays |
PNG ist nicht das Format für alle Fälle – aber es ist das richtige Format, wenn Qualität absolut nicht verloren gehen darf: Bei jeder Speicherung bleibt ein PNG pixelidentisch erhalten. Das macht es zur ersten Wahl für Arbeitsdateien in der Compositing-Pipeline, für Logos auf wechselnden Hintergründen und für Screenshots, in denen Texte und scharfe Linien pixelscharf bleiben müssen.
Technische Grundlagen
Verlustfreie Kompression
PNG verwendet den DEFLATE-Algorithmus (kombiniert LZ77 und Huffman-Codierung). Das Bild wird dabei so komprimiert, dass alle Ursprungsdaten vollständig rekonstruierbar sind. Kein Pixel ändert sich beim Speichern oder erneuten Öffnen. Der Preis: PNG-Dateien sind bei Fotos deutlich grösser als JPEG – für ein typisches Kamerafoto kann ein PNG fünf- bis zehnmal grösser sein.
Alphakanal und Transparenz
Der wichtigste Unterschied zu JPEG ist der 8-Bit-Alphakanal (auch RGBA genannt). Jeder Pixel kann einen Transparenzgrad von 0 (völlig transparent) bis 255 (völlig undurchsichtig) besitzen. Das ermöglicht weiche Kanten, Schatten und Überlagerungseffekte ohne weissen Hintergrundrahmen. GIF kennt nur binäre Transparenz (ein oder aus); PNG erlaubt volle Abstufung.
Farbtiefen und Farbmodi
PNG unterstützt Graustufen (1–16 Bit), Graustufen+Alpha, indizierte Farbe (Palette, wie GIF), RGB und RGBA. Bei 16 Bit pro Kanal können 65536 Helligkeitsstufen pro Kanal gespeichert werden – relevant für HDR-Compositing-Workflows und Masken.
PNG in der fotografischen Praxis
Wann PNG richtig ist
- Logos und Branding: Transparenter Hintergrund, scharfe Kanten, systemunabhängig korrekte Darstellung.
- Screenshots und UI: Text bleibt pixelscharf; keine JPEG-Artefakte um Buchstaben.
- Masken und Compositing: 16-Bit-Alphakanäle für weiche Übergänge im Compositing-Workflow.
- Infografiken: Wenn scharfe Linien und Farbgenauigkeit wichtiger sind als kleine Dateigrösse.
Wann PNG nicht die beste Wahl ist
Für Fotos ist PNG selten sinnvoll. Ein 20-Megapixel-Kamerafoto als PNG kann 30–80 MB gross werden; als JPEG bei Q80 liegen 5–8 MB drin, ohne sichtbaren Qualitätsverlust für die meisten Anwendungen. Für Web-Fotos bietet AVIF oder WebP mit optionalem Verlustfreiheits-Modus bessere Kompressionsraten als PNG.
Optimierung und Komprimierung
PNG-Dateien lassen sich ohne Qualitätsverlust weiter komprimieren: Tools wie Optipng, Pngcrush oder Squoosh analysieren die Datei und wählen bessere Kompressionseinstellungen. Für Webprojekte kann das die Ladezeit deutlich verbessern. Palette-PNGs (max. 256 Farben) sind wesentlich kleiner als Echtfarben-PNGs.
Häufige Fragen
Kann ich PNG-Dateien verlustlos wiederholt bearbeiten und speichern?
Was ist der Unterschied zwischen PNG-8 und PNG-24?
PNG-8 nutzt eine Palette mit maximal 256 Farben (wie GIF) und unterstützt 1-Bit-Transparenz oder eine Transparenzfarbe. PNG-24 speichert Echtfarbe mit vollen 16,7 Millionen Farben und 8-Bit-Alphakanal. Für Grafiken mit weichen Kanten ist PNG-24/PNG-32 (mit Alpha) nötig.
Unterstützt PNG EXIF-Metadaten?
Was ist APNG?
Fazit
PNG ist das verlässlichste Format für Grafiken, Logos und alle Bilder, bei denen Pixelgenauigkeit oder Transparenz entscheidend sind. Wer Arbeitsdateien anlegt, Masken speichert oder Infografiken fürs Web erstellt, greift zu PNG. Für Fotos und die Web-Optimierung lohnt ein Blick auf AVIF oder WebP – beide bieten bei Fotos deutlich bessere Kompressionsraten bei vergleichbarer Qualität.
Quellen
- ISO/IEC 15948:2004 – internationale Norm für das PNG-Dateiformat.
- RFC 2083: PNG (Portable Network Graphics) Specification – Originaldokument der W3C-Arbeitsgruppe (1997).
- Adobe Systems: Photoshop-Exportdokumentation – PNG-Farbtiefe, Alpha und Kompressionsoptionen (online, 2025).
Redaktioneller Glossar-Beitrag von sinar.ch · zuletzt geprüft 2026.
