Ein Telekonverter ist ein optischer Zwischenring mit Linsengruppe, der zwischen Kamera und Objektiv gesetzt wird und die Brennweite um einen definierten Faktor verlängert. Ein 1,4×-Konverter macht aus einem 300-mm-Teleobjektiv ein 420-mm-Objektiv. Der Preis: Lichtverlust und mögliche Schärfeeinbussen – abhängig von Objektivqualität und Konverter-Typ.
| Typische Faktoren | 1,4× · 1,7× · 2,0× (2,0× selten für APS-C) |
|---|---|
| Lichtverlust | 1,4× = 1 Stop · 1,7× = 1,5 Stops · 2,0× = 2 Stops |
| Effektive Blende | f/2.8 + 1,4× = effektiv f/4 · f/4 + 2,0× = effektiv f/8 |
| Cropfaktor-Äquivalent | Brennweite × Faktor; Schärfentiefe bleibt physikalisch gleich |
| AF-Grenze | Viele Kameras stoppen AF bei effektiv f/8 – nur beste Kanal-Konverter überwinden das |
| Kompatibilität | Hersteller-eigene Konverter bevorzugen (Canon Extender, Nikon TC, Sony TC) – Drittmarken riskieren AF-Probleme |
| Alternativ | Crop-Modus der Kamera – verlustbehaftet, kein echter optischer Gewinn |
Telekonverter sind eine der wenigen günstigen Möglichkeiten, die Reichweite eines vorhandenen Teleobjektivs zu verdoppeln oder zu verlängern. Ein professionelles 300-mm-f/2.8-Objektiv kostet ein Vielfaches eines 600-mm-Objektivs. Der 2,0×-Konverter dazu kostet einen Bruchteil und liefert 600 mm – mit Lichtverlust, aber mit der vollen optischen Qualität des Ursprungsobjektivs als Basis.
Crop- & Bildwinkel-Rechner
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Wie ein Telekonverter optisch funktioniert
Ein Telekonverter enthält eine divergierende Linsengruppe. Sie vergrössert das vom Objektiv projizierte Zwischenbild, bevor es den Sensor trifft. Das vergrösserte Zwischenbild entspricht einer längeren Brennweite – aber auch einem kleineren, schwächeren Lichtkonus: daher der Lichtverlust.
Das Wichtigste dabei: Die Qualität der Ausgabe hängt stark von der Qualität des Eingangsobjektivs ab. Ein Telekonverter kann keine optischen Fehler des Objektivs korrigieren – er vergrössert sowohl die Schärfe als auch alle Aberrationen. Gute Konverter an guten Objektiven liefern exzellente Ergebnisse; günstige Konverter an mittelklassigen Objektiven verstärken Schwächen.
Verlustrechnung: Blende und Brennweite
Der Lichtverlust
Weil das Licht auf dieselbe Sensorfläche fällt, aber von einem grösseren Bildfeld stammt, reduziert sich die effektive Öffnung. Die Formel: effektive Blende = Originale Blende × Konverterfaktor.
- 300 mm f/2.8 + 1,4× → 420 mm, effektiv f/4
- 300 mm f/2.8 + 2,0× → 600 mm, effektiv f/5.6
- 400 mm f/4 + 1,4× → 560 mm, effektiv f/5.6
- 400 mm f/4 + 2,0× → 800 mm, effektiv f/8
Die AF-Grenze
Die meisten Kamerasysteme schalten Phasen-AF bei effektiv f/8 aus. Das trifft den 2,0×-Konverter an Objektiven mit Grundblende f/4. Hochwertige Kamerabodies (Nikon Z9, Canon R1, Sony A1) können bei f/8 noch mit Kontrast-AF oder einem dedizierten Sensor arbeiten – aber langsamer und weniger zuverlässig als ohne Konverter.
Wann lohnt sich ein Telekonverter?
- Tierfotografie: 500 mm + 1,4× = 700 mm – für scheue Vögel oder Wildtiere ohne Qualitätskompromiss.
- Sportfotografie: 300 mm f/2.8 + 1,4× = 420 mm f/4 – immer noch schnell genug für Sport bei gutem Licht.
- Reise: Statt 300 mm und 600 mm transportiert man nur 300 mm + kleinen Konverter.
- Nicht sinnvoll: An langsamen Objektiven (f/5.6 und langsamer) oder bei schlechtem Licht – der Lichtverlust trifft dann zu hart.
Häufige Fragen
Verliere ich Bildqualität mit einem Telekonverter?
Minimale Qualitätseinbusse bei hochwertigen Konverter-Objektiv-Kombinationen (z. B. Canon Extender EF 1.4× III an TS-E oder L-Objektiven). Sichtbare Qualitätseinbusse bei günstigen Drittanbieter-Konvertern oder an optisch schwächeren Basisobjektiven.
Kann ich jeden Telekonverter an jedes Objektiv montieren?
Nein. Hersteller-Konverter passen nur zu kompatiblen Objektiven der gleichen Marke. Dritthersteller (Kenko, Sigma TC) bieten mehr Kompatibilität, aber mit Einschränkungen bei AF und Belichtungsmessung. Immer Kompatibilitätsliste prüfen.
Beeinflusst der Telekonverter die Schärfentiefe?
Die physikalische Schärfentiefe bleibt gleich wie beim Originalobjektiv bei der original Brennweite und Blende. Die effektive Blende ist aber kleiner – wer das kompensiert, indem er die physikalische Blende öffnet, verringert dadurch die Schärfentiefe. Mehr dazu im Rechner oben.
Gibt es Telekonverter für Spiegellose Kameras?
Ja. Canon RF-Extender (1,4×, 2,0×), Nikon Z TC (1,4×, 2,0×) und Sony FE TC (1,4×, 2,0×) sind speziell für ihre jeweiligen spiegellosen Systeme ausgelegt – mit vollem AF- und Belichtungs-Support.
Fazit
Der Telekonverter ist das günstigste Upgrade für ein Teleobjektiv. Mit dem richtigen Konverter an einem hochwertigen Grundobjektiv erreichst du mehr Brennweite ohne grosse Qualitätseinbusse – und das für einen Bruchteil des Preises eines längeren Originals. Nutze den Rechner oben, um Bildwinkel und Äquivalenzbrennweite für deine Kombination zu berechnen.
Quellen
- Canon Inc.: Extender EF and RF Technical Specification Sheets, 2024 – Lichtverlust, AF-Kompatibilität und optische Qualitätsmessung.
- Sidney F. Ray: Applied Photographic Optics, 3. Aufl. – Telekonverter und Afokale Systeme.
- CIPA DC-004 – Messung der effektiven Blende bei afokalen Aufsätzen und Telekonvertern.
Redaktioneller Glossar-Beitrag von sinar.ch · zuletzt geprüft 2026. Rechnerwerte sind Richtwerte.
