Konverter

Kurze Antwort

Ein Konverter (auch Telekonverter oder Extender) ist ein optisches Zwischenstück zwischen Kamera und Objektiv, das die Brennweite um einen definierten Faktor verlängert. Gängige Faktoren sind 1,4× und 2×. Im Gegenzug verliert das System Lichtstärke – ein 1,4×-Konverter kostet eine Blendenstufe, ein 2×-Konverter zwei.

Konverter auf einen Blick
Funktion Brennweitenverlängerung durch optische Linsengruppe
Übliche Faktoren 1,4× (–1 Blende), 1,7× (–1,5 Blenden), 2× (–2 Blenden)
Montage zwischen Kameragehäuse und Objektiv (Bajonett beidseitig)
Lichtverlust Faktor² → 1,4×: –1 EV; 2×: –2 EV
Autofokus funktioniert bei ausreichend lichtstärken Objektiven (meist f/4 oder besser)
Bildqualität sinkt leicht; hochwertiger Konverter + lichtstarkes Objektiv: kaum sichtbar
Kompatibilität meist herstellergebunden; Drittanbieter für Canon EF, Nikon F/Z, Sony E verfügbar

Ein Telekonverter ist keine Abkürzung, die Qualitätsverluste verschweigt. Er ist ein optisches System mit realen Linsenelementen, das die Winkelvergrösserung des Objektivs erhöht. Der Preis: Du verlierst Licht und minimal an Schärfe. Bei einem hochwertigen Konverter an einem scharfen Teleobjektiv ist der Qualitätsverlust gering und der Reichweitengewinn erheblich – ein 600-mm-Objektiv mit 1,4×-Konverter wird zu 840 mm, ohne ein zweites Objektiv kaufen zu müssen.

Wie Konverter funktionieren

Innerhalb des Konverters sitzen divergierende Linsen, die das Lichtbündel vom Objektiv aufweiten, bevor es auf den Sensor trifft. Diese Aufweitung entspricht einer Vergrösserung des Winkels und damit einer scheinbar grösseren Brennweite. Die optische Konstruktion beeinflusst, wie gut chromatische Aberrationen, Kontrast und Schärfe an den Rändern erhalten bleiben. Gute Konverter (Nikon TC, Canon Extender, Sony SEL-TC) sind auf die Objektive des Herstellers abgestimmt.

Typen und Einsatzgebiete

Telekonverter 1,4×

Der Kompromiss: nur eine Blende Lichtverlust, minimaler Qualitätsverlust, Autofokus bleibt bei f/2.8-Objektiven erhalten (effektive Öffnung f/4). Ideal für Tierfotografie, wenn du noch mehr Reichweite brauchst, aber die Bildqualität nicht riskieren willst.

Telekonverter 2×

Maximale Reichweite, aber zwei Blenden Verlust. An einem f/2.8-Teleobjektiv wird die Öffnung effektiv f/5.6 – Autofokus funktioniert noch bei modernen Systemen, ist aber langsamer. An f/4-Objektiven verlierst du den Phasenautofokus auf manchen Systemen.

Objektiv allein: 300 mm f/4300 mm · f/4+ 1,4× Konverter1,4×→ 420 mm · f/5.6 (–1 EV)+ 2× Konverter→ 600 mm · f/8 (–2 EV)
Ein 300-mm-Objektiv gewinnt durch den 1,4×-Konverter 120 mm und verliert eine Blende; der 2×-Konverter verdoppelt die Reichweite, kostet aber zwei Blenden.

Bildqualität realistisch einschätzen

  • Schärfe: Leichter Abfall vor allem an den Ecken. Bei abgeblendetem Objektiv (f/8 statt f/4) oft kaum messbar.
  • Chromatische Aberration: Konverter können bestehende CA des Objektivs verstärken. Profil-Korrekturen in Lightroom helfen.
  • Kontrast: Gute Konverter moderner Hersteller verlieren kaum Kontrast. Günstige Drittanbieter sichtbar mehr.
  • Naheinstellgrenze: Bleibt unverändert – du gewinnst durch die grössere Brennweite aber automatisch ein grösseres Abbildungsverhältnis.

Autofokus und Lichtverlust

Viele Phasendetektions-AF-Systeme brauchen mindestens f/5.6, um zu funktionieren. Mit 1,4×-Konverter an einem f/2.8-Objektiv erhältst du f/4 – AF läuft. Mit 2×-Konverter an f/4 wirst du zu f/8 – AF kann einfrieren. Aktuelle Spitzenkameras (Canon R-System, Nikon Z, Sony α) haben empfindlichere AF-Module, die auch bei f/8 noch arbeiten.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Telekonverter statt eines längeren Objektivs?

Wenn du ein hochwertiges Tele bereits besitzt, ist ein Marken-Konverter günstiger als ein neues Objektiv und liefert bei 1,4× kaum schlechtere Ergebnisse. Ein spezialisiertes 600-mm-Festbrennweitenobjektiv bleibt qualitativ vorne.

Kann ich Konverter mit Zoomobjektiven nutzen?

Technisch ja, aber nicht alle Kombinationen sind kompatibel. Superzoom-Objektive mit kleiner Lichtstärke verlieren beim Konverter zu viel Licht und Schärfe. Am besten funktionieren lichtstarke Festbrennweiten-Teles.

Beeinflusst der Konverter den Weissabgleich oder die Farbe?

Nein. Der Konverter ändert ausschliesslich die optische Geometrie – Farbe, Weissabgleich und Sensorverarbeitung bleiben unberührt.

Gibt es Konverter für andere Objektivtypen als Tele?

Weitwinkelkonverter und Fisheye-Aufsätze existieren, sind aber optische Zusatzlinsen (keine Bajonett-Konverter) mit stärkerem Qualitätsverlust. Makrokonverter (Zwischenringe) verlängern nicht die Brennweite, sondern den Aufnahmeabstand für Nahaufnahmen.

Warum verliere ich beim Konverter Licht?

Die divergierende Linsengruppe spreizt das Lichtbündel. Dieselbe Lichtmenge verteilt sich auf eine grössere scheinbare Öffnung – die effektive Blendenzahl steigt, die Lichtmenge pro Fläche sinkt.

Fazit

Ein hochwertiger 1,4×-Telekonverter ist eine der kosteneffektivsten Ergänzungen für Tier- und Sportfotografen. Du zahlst eine Blende, gewinnst 40 % Reichweite und erhältst Autofokus. Der 2×-Konverter ist für extreme Reichweite sinnvoll, wenn Licht und Autofokus kein Problem sind. Kaufe immer den Marken-Konverter, der für dein Objektiv entwickelt wurde – die Qualitätsunterschiede zu günstigen Alternativprodukten sind erheblich.

Quellen

  1. Sidney F. Ray: Applied Photographic Optics, 3. Aufl. – Telekonverter, Lichtverlust und Abbildungsqualität.
  2. ISO 10110-3 – Optische Elemente, Toleranzen für Linsen-Systeme.
  3. T. Clark: Lens Testing, 2. Aufl. – Methoden zur Messung von Konverter-Auswirkungen auf Schärfe und CA.

Redaktioneller Glossar-Beitrag von sinar.ch · zuletzt geprüft 2026.

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