Lux

Kurze Antwort

Lux (lx) ist die SI-Einheit für Beleuchtungsstärke und gibt an, wie viel Lichtstrom pro Quadratmeter auf eine Fläche fällt – kurz: wie hell eine Szene tatsächlich ausgeleuchtet ist. 1 lx entspricht 1 Lumen pro Quadratmeter. Für Fotografen ist der Lux-Wert der objektive Massstab, um Lichtquellen zu vergleichen, Blendenwerte vorauszuberechnen und Fotosets reproduzierbar zu beleuchten.

Lux auf einen Blick
Einheit lx (Lux) = 1 lm/m²
Misst Beleuchtungsstärke – wie viel Licht eine Fläche trifft
Messgerät Luxmeter (Incident-Meter mit Kuppel, flacher Sensor)
Sonnenlicht ≈ 100 000 lx Freiland bei Mittag, ≈ 10 000 lx bewölkt
Büro / Studio 500–1 000 lx (DIN EN 12464 empfiehlt ≥500 lx für Arbeitsplätze)
Mondlicht ≈ 0,27 lx – grenzwertig für Langzeitaufnahmen
Abstand Lux folgt dem Abstandsquadratgesetz: Distanz ×2 → Lux ÷4

Lux und Belichtung hängen direkt zusammen: Wer die Beleuchtungsstärke einer Szene kennt, kann mit der Formel EV = log₂(Lux / 2,5) den Lichtwert berechnen und damit Blende, Zeit und ISO vorab planen. Auch für das Reproduzieren eines Sets ist Lux unverzichtbar: statt «Blitz auf halber Leistung» notierst du «840 lx am Motiv» – und das Setup steht in einem anderen Studio in Minuten wieder exakt.

Lux, Lumen und Candela – der Unterschied

Lumen

Der Lichtstrom (lm) beschreibt die gesamte von einer Lichtquelle abgegebene Lichtmenge – unabhängig davon, wohin sie strahlt. Eine 100-Watt-Glühlampe lieferte etwa 1 400 lm, eine moderne 15-Watt-LED ebenso.

Candela

Die Lichtstärke (cd) beschreibt, wie stark eine Quelle in eine bestimmte Richtung strahlt. Ein Scheinwerfer hat hohe Candela in einer engen Keule, aber wenig Lumen insgesamt.

Lux

Lux ist das, was am Motiv ankommt: Lumen pro Quadratmeter. Die gleiche Lichtquelle liefert 1 m entfernt 1 000 lx, aber 2 m entfernt nur 250 lx – Abstandsquadratgesetz.

Licht1 m1 000 lx2 m250 lx3 m111 lxAbstandsquadratgesetz: Distanz ×2 → Lux ÷4
Beleuchtungsstärke nimmt mit dem Quadrat der Distanz ab: Bei 1 m liefert diese Quelle 1 000 lx, bei 2 m nur noch 250 lx, bei 3 m noch 111 lx.

Typische Lux-Werte in der Praxis

Situation Lux (ca.) Kamera-Setting (ISO 100)
Sonnenklarer Mittag 80 000–120 000 f/16, 1/1000 s («Sunny 16»)
Bewölkter Tag 5 000–20 000 f/8, 1/250 s
Gut beleuchtetes Studio 1 000–2 000 f/8, 1/60 s (oder Blitz)
Büro / Innenraum 300–800 f/2.8, 1/60 s, ISO 800
Kerze / Kaminfeuer 10–50 f/1.8, 1/30 s, ISO 3200

Lux messen und einsetzen

Luxmeter

Ein digitales Luxmeter kostet 30–100 CHF und misst in Sekunden. Halte die Messkuppel ans Motiv, richte sie zur Lichtquelle hin – genau so, wie ein Belichtungsmesser mit Einfallslichtkuppel. Der Wert hilft dir, Sets zu reproduzieren oder Blitzleistungen zu vergleichen.

Lichtwert (EV) aus Lux berechnen

EV = log₂(Lux / 2,5) ergibt den Lichtwert bei ISO 100. Damit findest du sofort, welche Blenden-Zeit-Kombination korrekt belichten würde. Bei 1 000 lx: EV ≈ log₂(400) ≈ 8,6 – das entspricht f/8 bei 1/30 s bei ISO 100.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Lux und Lumen?

Lumen misst die von einer Quelle abgegebene Gesamtlichtmenge. Lux misst, wie viel davon auf einer Fläche ankommt. Eine 1 000-lm-Lampe kann an zwei verschiedenen Stellen sehr unterschiedliche Lux liefern – je nach Distanz und Richtung.

Wie viel Lux brauche ich für Porträtfotografie?

Für ISO 100, f/8 und 1/125 s brauchst du etwa 2 000 lx am Motiv. Mit offener Blende (f/2.8) reichen schon 250 lx. Professionelle Studioblitze liefern typisch 1 000–5 000 lx am Motiv; LEDs je nach Panel 500–3 000 lx.

Warum sinkt der Lux-Wert so schnell mit Distanz?

Wegen des Abstandsquadratgesetzes: Das Licht verteilt sich auf eine immer grössere Kugelfläche (4πr²). Verdoppelst du den Abstand, vervierfacht sich die Fläche – also sinkt die Lux-Zahl auf ein Viertel. Das ist reine Geometrie, keine Eigenschaft der Lichtquelle.

Kann ich Lux als Massstab für Blitze verwenden?

Ja, wenn du Blitzleistung und Distanz konstant hältst. Messe die Lux mit einem Blitzmessgerät oder Blitz-Luxmeter (Messzeit auf Blitzgeräte abgestimmt). Das ist präziser als «halbe Leistung», weil es die tatsächliche Lichtmenge am Motiv erfasst.

Warum taucht Lux in Kamerameni nicht auf?

Kameras steuern über Blende, Zeit und ISO – also über die Lichtaufnahme, nicht über die Beleuchtungsstärke. Lux ist ein externes Mass für das Licht in der Szene; es fliesst indirekt über den Belichtungsmesser in die Einstellungen ein.

Fazit

Lux gibt dir eine objektive, reproduzierbare Zahl für etwas, das du sonst nur «gefühlt» beurteilst. Wer seine Lichtquellen in Lux kennt, kann Sets schnell aufbauen, Blitzleistungen sinnvoll vergleichen und Belichtungsparameter berechnen, bevor der erste Auslöser betätigt wird. Ein günstiges Luxmeter im Kamerakoffer zahlt sich aus.

Quellen

  1. DIN EN 12464-1 – Norm zur Beleuchtung von Arbeitsstätten (Richtwerte für Beleuchtungsstärken).
  2. CIE (Commission Internationale de l’Éclairage): International Lighting Vocabulary – Definition von Lux, Lumen und Candela.
  3. Sidney F. Ray: Applied Photographic Optics, 3. Aufl. – Beleuchtungsstärke und Belichtungsberechnung.

Redaktioneller Glossar-Beitrag von sinar.ch · zuletzt geprüft 2026.

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