Din-Wert

Kurze Antwort

Der DIN-Wert ist eine logarithmische Skala zur Messung der Lichtempfindlichkeit von Fotofilmen, die von der Deutschen Industrie-Norm (DIN 4512) eingeführt wurde – eine Erhöhung um 3 DIN verdoppelt die Empfindlichkeit, genau wie eine Verdoppelung des ISO-Werts. Heute ist der DIN-Wert mit der ISO-Norm zusammengeführt (ISO 6:1993); du findest ihn auf Filmpackungen als «ISO 400/27°» – wobei 27° der DIN-Wert ist.

DIN-Wert auf einen Blick
Vollname Deutsche Industrie-Norm, DIN 4512 (Lichtempfindlichkeit)
Skala logarithmisch: +3 DIN = doppelte Empfindlichkeit
ISO-Entsprechung ISO 100 = 21 DIN; ISO 400 = 27 DIN; ISO 1600 = 33 DIN
Schreibweise «ISO 400/27°» auf Filmpackung (ISO linear / DIN logarithmisch)
Gültig für Fotofilme (analog) und als historische Referenz in digitaler Fotografie
Norm DIN 4512 (1934 eingeführt); heute zusammengeführt in ISO 6:1993

In der analogen Ära war der DIN-Wert die europäische Standard-Empfindlichkeitsangabe, während der ASA-Wert (American Standards Association) linear skaliert war und in den USA dominierte. Beide wurden 1987 in der ISO-Norm zusammengeführt. Heute ist «ISO 400/27°» die doppelte Angabe auf jeder Filmpackung: 400 ASA linear, 27 DIN logarithmisch. Digitalkameras verwenden technisch nur noch ISO – der DIN-Begriff ist historisch, aber für das Verständnis analoger Filmkennzeichnungen unverzichtbar.

Blenden- & Belichtungsrechner

Wähle eine Ausgangsbelichtung und eine neue Blende – der Rechner zeigt, welche Verschlusszeit die Helligkeit gleich hält.

Ausgangs-Blende
Ausgangs-Verschlusszeit
1/250

1/40001/601 s
Neue Blende
Neue Verschlusszeit für gleiche Belichtung

Nächste Standardzeit:

Lichtmenge
durch die Blende
mit neuer Blende
durch längere Zeit
So liest du es: Schliesst du die Blende um Stufen, fehlt Licht – die gleiche Menge holst du über eine längere Verschlusszeit zurück (Belichtungsdreieck).

DIN-Wert und ISO im Vergleich

Der Unterschied liegt in der Skalierung: ISO ist arithmetisch (linear), DIN ist logarithmisch. Verdoppelst du die Empfindlichkeit, steigt die ISO um 100 % (z. B. 200 → 400), der DIN-Wert aber nur um 3 (z. B. 24 → 27). Das macht den DIN-Wert kompakter für grosse Empfindlichkeitsbereiche.

ISO (linear) DIN (logarithmisch) Lichtverhältnis
100 21° helles Tageslicht, Studio
200 24° bewölkt, Innenraum mit Fenster
400 27° Innenräume, Gegenlicht
800 30° Dämmerung, Konzerthalle
1600 33° dunkle Innenräume, Nacht
3200 36° Lowlight, Sport in der Halle

Praktischer Einfluss auf die Belichtung

Empfindlichkeit und Bildqualität

Je höher der DIN-/ISO-Wert, desto empfindlicher ist der Film (oder Sensor) – aber desto grobkörniger (analog) oder rauschreicher (digital) wird das Bild. Ein ISO-100-Film (21 DIN) liefert feines Korn, benötigt aber viel Licht oder lange Belichtungszeiten. ISO 3200 (36 DIN) ermöglicht Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen, zeigt aber sichtbares Korn.

Empfindlichkeit im Belichtungsdreieck

DIN/ISO ist das dritte Element des Belichtungsdreiecks – neben Blende und Belichtungszeit. Auf Filmkameras wählst du den ISO-Wert durch den eingelegten Film – du bist festgelegt, bis die Rolle voll ist. Bei Digitalkameras kannst du den ISO-Wert Bild für Bild anpassen. Das ist der grosse operative Vorteil der digitalen Fotografie gegenüber dem Analog-Workflow.

ISO 100 / 21°200 / 24°400 / 27°800 / 30°1600 / 33°3200/36°TageslichtInnenraumNacht+3 DIN = doppelte Empfindlichkeit = eine Belichtungsstufe
Die DIN-Skala ist logarithmisch: +3 DIN entspricht einer Belichtungsstufe (EV). ISO 400 ist 6 Stufen empfindlicher als ISO 100 – was drei «+3 DIN»-Schritten entspricht.

DIN-Wert in der analogen Praxis

Auf mechanischen Filmkameras (Nikon FM2, Leica M4, Olympus OM-1) gibt es ein ISO/DIN-Einstellrad. Du musst es auf den Wert des eingelegten Films einstellen, damit die eingebaute Belichtungsmessung korrekt arbeitet. Vergisst du die Einstellung, misst die Kamera falsch – alle Bilder werden zu hell oder zu dunkel. Bei modernen Filmkameras mit DX-Kodierung liest die Kamera den Film-ISO automatisch aus einem Strichcode auf der Patrone.

Häufige Fragen

Ist der DIN-Wert heute noch relevant?

Als eigenständige Grösse kaum mehr. Auf Filmpackungen findet du ihn als zweiten Wert in der ISO-Angabe (z. B. «ISO 400/27°»). Für das historische Verständnis alter Kameraliteratur und das Einschätzen von Filmeigenschaften ist er hilfreich.

Wie berechne ich den DIN-Wert aus dem ISO-Wert?

DIN = 10 × log10(ISO) + 1. Für ISO 400: 10 × log10(400) + 1 = 10 × 2,602 + 1 ≈ 27. Einfacher: Verdopplung von ISO = +3 DIN; Verzehnfachung = +10 DIN.

Was ist der Unterschied zwischen DIN und ASA?

ASA (American Standards Association) ist die lineare Empfindlichkeitsskala, die identisch mit dem ISO-Wert ist. DIN ist die logarithmische europäische Variante. ISO 400 = 400 ASA = 27 DIN – drei Namen für dasselbe Empfindlichkeitsniveau.

Welchen ISO-Wert wähle ich für Porträtaufnahmen?

Im Studio mit Blitzlicht: ISO 100 (21 DIN) für maximale Qualität. Bei natürlichem Innenraumlicht: ISO 400–800 (27–30 DIN). Im Freien bei gutem Licht: ISO 100–200 (21–24 DIN) reicht fast immer.

Warum zeigt hochgestapelter ISO Rauschen?

Bei hohem ISO (ob analog Korn oder digitales Rauschen) verstärkt Sensor oder Film nicht nur das Signal, sondern auch das thermische und elektronische Rauschen. Das Rausch-Signal-Verhältnis verschlechtert sich – sichtbar als körnige Textur oder bunte Artefakte in dunklen Bildpartien.

Fazit

Der DIN-Wert ist die logarithmische Hälfte der heute gültigen ISO-Doppelangabe. Wer analog fotografiert, begegnet ihm täglich auf der Filmpatrone. Wer digital arbeitet, braucht ihn technisch nicht mehr – aber das Verstehen der logarithmischen Logik hilft, die EV-Stufenrechnung und das Belichtungsdreieck intuitiv zu durchschauen. Nutze den Rechner oben, um das Zusammenspiel von Blende, Zeit und Empfindlichkeit direkt durchzurechnen.

Quellen

  1. DIN 4512 (1934/1961) – Ursprungsnorm für die fotografische Empfindlichkeitsskala.
  2. ISO 6:1993 – Zusammenführung von ASA und DIN in die internationale ISO-Skala.
  3. Eastman Kodak: Kodak Professional Films Data Book – Empfindlichkeitsangaben und Entwicklungsparameter nach ISO/DIN.

Redaktioneller Glossar-Beitrag von sinar.ch · zuletzt geprüft 2026.

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