LPI

Kurze Antwort

LPI (Lines per Inch, Linien pro Zoll) ist die Masseinheit für die Rasterweite beim Offsetdruck: Sie gibt an, wie viele Rasterlinien in einem Zoll (25,4 mm) nebeneinander stehen und bestimmt damit die Feinheit des Druckrasters. Je höher der LPI-Wert, desto feiner das Raster, desto detailreicher die Druckausgabe. Für Fotografen ist LPI beim Bestellen von Labordrucken und bei der Druckvorlagenproduktion zentral.

LPI auf einen Blick
Abkürzung LPI = Lines per Inch (Linien pro Zoll)
Einheit Rasterlinien pro Zoll (≈ 25,4 mm)
Verwandte Begriffe DPI (Dots per Inch), PPI (Pixels per Inch), Rasterweite
Tageszeitungs­druck 65–85 LPI (grobes Raster, Zeitungspapier)
Hochwertige Bro­schüren 133–175 LPI (Kunstdruck, Kataloge)
Fotodruck / Fine Art 200–300 LPI (Fotopapier, Inkjet)

Beim Offsetdruck wird ein kontinuierliches Graustufenbild in ein Rastermuster aus kleinen Punkten verwandelt, weil Druckmaschinen keine Graustufen, sondern nur Farbe oder keine Farbe kennen. Die LPI-Angabe definiert, wie fein dieses Raster ist. Fotografen begegnen LPI beim Bestellen von Drucken, bei der Druckvorstufe und bei der Frage, wie viel Auflösung (DPI/PPI) ihre Bilddatei braucht, damit das Druckraster sie optimal nutzen kann.

LPI, DPI und PPI: Was bedeutet was?

Die drei Abkürzungen werden oft verwechselt, beschreiben aber verschiedene Dinge:

  • PPI (Pixels per Inch): Die Pixeldichte einer Bilddatei. Wird beim Erstellen und Bearbeiten von Fotos genutzt (z. B. 300 PPI für Druckauflösung).
  • DPI (Dots per Inch): Die physische Ausgabeauflösung des Druckers – wie viele Tintenpunkte er pro Zoll setzen kann. Moderne Inkjet-Drucker erreichen 1200–2400 DPI.
  • LPI (Lines per Inch): Die Rasterweite im Offsetdruck. Bestimmt, wie fein das Halbtonraster ist. Steuert, wie viel PPI die Vorlage haben sollte.

Die Faustregel für die Druckvorlagenauflösung lautet: PPI = 1,5 × LPI (Minimum) bis 2 × LPI (Optimal). Für einen 175-LPI-Druck brauchst du also eine Bilddatei mit mindestens 263 PPI, besser 350 PPI.

Wie entsteht ein Druckraster?

Das Druckraster (engl. halftone screen) unterteilt das Bild in Gitterzellen. In jeder Zelle sitzt ein Rasterpunkt – gross für Dunkelbereiche, klein für helle Bereiche. Die Feinheit dieser Gitterzellen bestimmt die LPI-Zahl. Ein AM-Raster (amplitudenmoduliert) hat Punkte gleicher Form, aber variierender Grösse. Ein FM-Raster (frequenzmoduliert, auch Stochastikraster) verteilt zufällig angeordnete, gleich grosse Punkte – es erzeugt körniges, filmähnliches Aussehen und wird bei hochwertigen Fine-Art-Drucken eingesetzt.

65 LPI (Zeitung)175 LPI (Kunstdruck)
Links: grobes 65-LPI-Raster (sichtbare Punkte wie in Zeitungen). Rechts: feines 175-LPI-Raster (Punkte kaum erkennbar, hohe Detailwiedergabe).

Typische LPI-Werte für verschiedene Druckprodukte

LPI-Richtwerte nach Druckverfahren
Zeitungsdruck 65–85 LPI
Flyer / Werbedruck 100–133 LPI
Broschüren, Magazine 133–175 LPI
Kunstkataloge, Fotobücher 175–200 LPI
Inkjet Fine Art / Giclée 200–300 (Äquivalent)

Bedeutung für Fotografen: Bilddatei-Auflösung richtig wählen

Wenn du eine Druckerei beauftragst, die mit 150 LPI druckt, benötigst du eine Bilddatei mit mindestens 225 PPI, besser 300 PPI – gemessen bei der endgültigen Druckgrösse. Lieferst du weniger, fehlen Bildinformationen für das Raster. Lieferst du deutlich mehr (z. B. 600 PPI), wird die Datei unnötig gross ohne sichtbaren Qualitätsgewinn, weil das Raster feinere Details ohnehin nicht auflösen kann.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen LPI und DPI?

LPI bezeichnet die Rasterweite im Druck (wie fein die Halbtonpunkte angeordnet sind). DPI bezeichnet die physische Ausgabeauflösung des Druckers (wie viele Tintenpunkte er setzen kann). Ein 1200-DPI-Drucker kann ein sehr feines LPI-Raster realisieren, weil er für jeden Rasterpunkt viele kleine Tintenpunkte setzen kann.

Welchen LPI-Wert brauche ich für einen Fotodruck?

Für Inkjet-Fotodrucke am heimischen Drucker oder beim Fotolabor spielt LPI weniger eine Rolle als DPI/PPI – dort gibst du direkt die Ausgabeauflösung in PPI an (typisch 200–360 PPI). LPI als Begriff taucht hauptsächlich im Offsetdruck auf.

Kann ich zu viel Auflösung liefern?

Ja, über 2 × LPI bringt keine sichtbare Qualitätssteigerung mehr. Bei einem 175-LPI-Offsetdruck sind 350 PPI das sinnvolle Maximum. Höher aufgelöste Dateien werden intern heruntergerechnet und machen die Druckvorlagenverarbeitung unnötig schwer.

Was ist ein Stochastikraster (FM-Raster)?

Im FM-Raster (frequenzmoduliert) werden gleichgrosse, zufällig verteilte Punkte statt regelmässiger Rasterlinien eingesetzt. Es vermeidet das klassische Moiré-Problem und eignet sich gut für feine Strukturen wie Haare oder Textilien.

Was ist Moiré und wann entsteht es?

Moiré ist ein Interferenzmuster, das entsteht, wenn zwei regelmässige Raster mit ähnlichem Abstand überlagert werden. Es kann entstehen, wenn ein gering aufgelöstes Bild mit feinen Strukturen (Hemdstoffe, Gitter) gedruckt wird oder wenn Scanner und Druckraster interferieren.

Wie erfahre ich den LPI-Wert meiner Druckerei?

Im Druckkostensatz oder der technischen Spezifikation der Druckerei ist der LPI-Wert angegeben. Wenn nicht, einfach anfragen – professionelle Druckereien geben dir die Rasterweite für jedes Verfahren bekannt.

Fazit

LPI ist die entscheidende Kenngrösse, wenn Fotografien in den Druck gehen. Wer versteht, wie Rasterweite und Bildauflösung zusammenhängen, liefert Druckvorlagen, die weder zu gross noch zu klein sind – und erzielt dabei maximale Druckqualität ohne unnötigen Aufwand.

Quellen

  1. Harald Küppers: Farbe – Ursprung, Systematik, Anwendung – Rasterweiten und Druckverfahren.
  2. ISO 12647-2 – Prozesssteuerung bei der Herstellung von Rasterfarbauszügen für den Offsetdruck.
  3. Adobe Systems: Understanding DPI, PPI, LPI and Resolution – technischer Leitfaden.

Redaktioneller Glossar-Beitrag von sinar.ch · zuletzt geprüft 2026.

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